Politisch nicht ganz korrekte Höflichkeitsfloskel

Auf der Rückfahrt aus dem Rheinland in Dortmund in den InterCity umgestiegen. Das Einsteigen war hektisch, der Zug war schon nicht mehr ganz pünktlich. Die DB-Mitarbeiterin war auch etwas in Eile, ansonsten hätte sie gemerkt, dass es für die Rollstuhlfahrerin, die sie über die herbeigeschaffte Hebebühne in den Zug bugsiert hatte, unmöglich würde, durch den vollen Waggon zu ihrem designierten Rollstuhlplatz zu fahren. So staute es sich im Waggon, der ohnehin keine freien Sitzplätze mehr bot. Der Rollstuhl stand im Weg und der Zug war voll. Die Rollstuhfahrerin zeterte ein wenig, dass man als Gehbehinderter so schikaniert werde und ich fürchtete, die nächsten Stunden einer Gezeterquelle ausgesetzt zu sein. Ob der junge Mann, der neben ihr stand und als erster den Zorn abbekam, den Satz

Na, immerhin haben Sie einen Sitzplatz.

sagte, um sie zu beruhigen, oder um sie noch ein wenig anzustacheln, blieb mir verborgen, als ich mich in meinen persönlichen, iPod-induzierten, akustischen Mikrokosmos verabschiedete.

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