Das Rheingold

Mit 13 hatte ich das erste Mal einen eigenen Fernseher im Zimmer stehen. Eine kleine schwarz-weiß Glotze, die weniger zum Fernsehen da stand, als mir als Monitor für den kurz zuvor erworbenen C64 zu dienen. Viele Stunden verbrachte ich vor dem flimmernden Bild („38911 Basic Bytes Free. Ready.“) und wenn es eines Beweises bedarf, dass man vom Fernsehen keine schlechten Augen bekommt, dann ist es diese Zeit in meinem Leben — denn trotz dieses kaum als ergonomisch bezeichenbaren Bildschirms trage ich keine Brillengläser, die so aussehen, als ob sie unten aus Colaflaschen herausgeschnitten worden wären.

Mindestens einmal habe ich doch ferngesehen mit dieser Glotze. Es lief „Rheingold“. Eieiei, habe ich mir an diesem Abend Ärger von Mami eingehandelt: Den ganzen Tag vor dem Computer und abends noch fernsehen? Komme gar nicht in Frage! Sofort aus die Kiste und ab ins Bett. Bis heute habe ich keine Ahnung, wie der Film ausgegangen ist.

Doch das ändert sich bald! Auf dem Wühltisch der MovieStar Videothek an der Fuhle gab’s das Rheingold für unter vier Euro. Daran konnte ich nicht vorbeigehen. Habe den Film noch nicht gesehen, aber das hole ich bald nach (nach über zwanzig Jahren des Wartens, machen ein paar Tage nichts aus).

Und weißt Du was, Mutter? Ich werde den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und spät(!) abends(!!) den Film schauen. Ha! Ohne, dass ich ins Bett muss. Und dazu noch in Farbe! Das ist ein Leben.

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