Kamera, Regie und Schnitt: Alexander

Und wenn Sie diesen Hebel ziehen, setzen Sie die Zeitmaschine in Betrieb.

Diese Zeitmaschine liegt nun vor mir, in Form von vier DVDs, die der jüngste Bruder freundlichweise letztens von VHS auf ein für mich nutzbares Medium konvertiert hat. Inhalt dieser DVDs sind ca. neun Stunden Filmmaterial, das ich im März und April 1990 bei einer Studienfahrt mit meiner Schule nach Botswana aufgenommen habe. 17 Jahre lang lagen die Videocassetten herum, seit ca. 1991 habe ich sie nicht mehr angesehen. Das ist echt ein Erlebnis.

Wir waren ca. 10 Schüler damals, die im Rahmen einer Entwicklungshilfe-AG (damals hieß AG automatisch noch „Arbeitsgemeinschaft“, nicht — wie heute — „Aktiengesellschaft“) für drei Wochen ins südliche Afrika reisten, um ein von uns unterstütztes Projekt zu besuchen. Ich hatte die damals top-moderne Videokamera der Schule dabei (eine kleine Kamera, die mit einem Videorecorder verbunden war, den man an einem Tragegurt schulterte. Ja, VHS Cassetten, die großen. Ja, war scheiß-schwer, das Ding) und war gehalten, die Reise zu dokumentieren. Neun Stunden Material sind dabei rausgekommen. Endlose Schwenks über die afrikanische Steppe, Zoom-rein und zoom-out Orgien ohne Rücksicht auf spätere Betrachtbarkeit. Was war ich für ein schlechter Kameramann…

Mann, bin ich alt geworden. Und die ganzen Freunde von damals auch. Ich bin ja nicht so home movie-erfahren, bei uns in der Familie wurde damals noch nicht viel gefilmt, sodass meine Kindheit und Jugend hauptsächlich auf Fotos festgehalten ist. Es ist aber ein himmelweiter Unterschied, ob man nur ein statisches Foto ansieht, sondern auch ein wenig Bewegung und Ton dabei hat. Binsenweisheit, schon klar. Aber die Erfahrung am eigenen Leib ist nicht zu verachten.

Nun überlege ich, was mit dem neu gefundenen Schatz zu tun ist. Gerne würde ich ja etwas zusammenschneiden und ein kurzes Feature erstellen. Ist aber gar nicht so einfach. Erstmal die DVDs wieder in ein nutzbares Format bringen (kennt jemand außer DVDxDV ein günstiges Mittel?), dann mit iMovie schneiden. Habe nach den ersten Experimenten fest gestellt, dass es einen Grund gibt, weswegen Mediengestaltung ein Ausbildungsberuf ist. Das lernt man nicht so eben im Vorbeigehen.

3 Responses to “Kamera, Regie und Schnitt: Alexander”


  • Bitte klären Sie noch jegliche Bild Tonrechte im Vorfeld mit den Dargestellten Personen ab, sowie Sie das damals auch vorrauschauend und fürsorglich getan haben, als Sie mit Ihrer
    Afrika -Studienreisegruppe nach Hildesheim fuhren!!!
    Ich kenne sonst Ihre Adresse und die des AlexaufdenHinterkopftätowierten Skinheads aus Barmbek!
    Gruß ElLocco

  • Aber klar werde ich diese Rechte mit den Beteiligten abklären, bevor das Ergebnis veröffentlich wird. Obwohl das kaum nötig sein wird, denn die meisten erkennt man heute ohnehin nicht wieder. Zumindest die Jungs, denn die hatten damals Haare nicht nur an, sondern bis zu den Beinen.

  • Manche hatten das pure Glück im Nachhinein hinter der Kamera gestanden zu haben!

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