Eine Ära geht zu Ende

Heute morgen beim frühstücklichen Radiohören die traurige Nachricht: Siegfried Buschschlüter tritt ab und räumt den Korrespondentenposten des Deutschlandradios in Washington. Ein Schlag in die Magengrube.

Seit ich vor sieben Jahren das Sendegebiet des WDR verlassen, mich vom Informationssender WDR5 ab- und dem Deutschlandfunk zugewendet habe, begleitet mich die Stimme Herrn Buschschlüters: diese angenehme, niemals aufgeregte Stimme. Er gehört zu den Leuten, die mir das Telefonbuch von Pyöngyang vorlesen könnten und ich würde trotzdem an seinen Lippen hängen. Dazu die präzise Art der Berichterstattung: Klare Sprache, unvoreingenommen und immer auf den Punkt, mit einer wohl durchdachten Meinung. Das ist ganz, ganz großer Journalismus.

Mit seinen Reportagen hat er ganz nachhaltig mein Bild von Amerika geprägt. Zu einer Zeit, in der dieses Land einen zunehmend schlechten Ruf gewinnt, schafft Siegfried Buschschlüter es, diese Nation nicht nur auf die Außenpolitik der aktuellen Regierung zu reduzieren, sondern immer auch die Leute auf der Straße und die ganz kleinen Geschichten nicht aus den Augen zu verlieren.

Nun verlässt er den Korrespondentenposten, geht vermutlich in Pension, aber so genau erfährt man als Hörer ja nichts über die Personalia. Schadeschadeschade. Mir wird beim Einschlafen und Aufwachen etwas fehlen, da bin ich mir ganz und gar sicher.

Wer’s nochmal hören möchte, kann sich den Beitrag von heute morgen beim Deutschlandradio herunterladen.

2 Responses to “Eine Ära geht zu Ende”


  • Obwohl er ja auch was Eitles hat – im DLR-Programmheft, wo andere sich auf einer halben Seite vorstellen, brauchte er zwei. Aber das sei ihm verziehen, ich finde auch, er war einer der kompetentesten Radiomenschen überhaupt.

  • Richtig, es sei ihm verziehen. Waren es wirklich zwei Seiten? ich erinnere mich nur noch an die Karrikatur, die auf der Seite prangte, an den Umfang nicht mehr. Vielleicht macht er in Zukunft ja Hörbücher.

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